20. Nov. 2017, 09:17

TEIL 2 OCCUPY – DIE KRITIK

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Natürlich gibt es auch viel Kritik an der "Occupy-Bewegung":... zu naiv und oberflächlich sei sie.... Habe keine konkreten Forderungen.... Sei eine "Lifestyle-" und "Wohlfühl-Bewegung".... Ein intellektueller Überbau würde fehlen.... "Hauptsache Dagegen" sei sie, und mache es sich gar zu einfach mit Slogans wie "gegen die Banken" und dem pauschalen und undifferenzierten "We are 99%".... Gegenüber Antisemitismus grenze sie sich nicht genügend ab – gibt es doch unfassbarerweise noch immer genügend Menschen, welche "die Banken", wie einst die Nazis, mit "dem Weltjudentum" gleichsetzen.... Gegenüber obskuren Gruppierungen wie der sektenartigen "Zeitgeist-Bewegung" grenze sie sich ebenso unzureichend ab.... Als "Links" würde sie sich auch nicht definieren.... Und immer wieder würden in Aufrufen, auf Flyer oder ähnlichem, Schlagworte verwendet, welche auch in nazionalsozialistischen Kontexten auftauchten (Beispiel: "Plutokratie").Das sind dann nun alles, jeder einzelne, Vorwürfe, die mich bedrücken.Verleiden sie mir doch meine arglose Euphorie und meine Aufbruchstimmung. Und ich komme mir zeitweise dumm und oberflächlich vor, weil ich: nicht genügend recherchiert habe; nicht genügend Kommentare und Blogs und Online-Zeitungen gelesen habe; und offenbar nicht richtig "links" (und damit am Ende, ohne es zu wollen und zu merken, "rechts"??) bin ... Da bröckelt das schöne Gefühl der Selbstermächtigung; ist denn nun alles wieder wie vorher?Nein. So soll das nicht sein. Denn im Grunde weiß ich doch, was ich möchte; auch wenn mir die Umsetzung noch nicht ganz klar ist; zu den von mir skizzierten Kritiken an OCCUPY bin ich jedoch durchaus in der Lage, Stellung zu nehmen. Und das tue ich hiermit (auch, damit ich selber klarer sehe):01) "Die OCCUPY-Bewegung" wird, so scheint es mir, in vielen Kommentaren und eben auch Kritiken, als einheitliche Gruppierung wahrgenommen. Etwa so wie eine Partei. Oder wie eine Nicht-Regierungs-Organisation.Ich denke: das ist sie NICHT. Und erhebt auch keinen Anspruch darauf. Für mich persönlich ist OCCUPY eher eine Art Konzept, mit der Gesellschaft und mit der Welt umzugehen, unter der Prämisse bestimmter Werte wie: Gerechtigkeit, Solidarität, Menschenrechte.OCCUPY bedeutet dem Wortsinne ja "besetzen"; und besetzt werden hier Institutionen der Gesellschaft, nämlich in demokratischer Weise von den Menschen, die den Staat und die Gesellschaft ausmachen (sollten). Von potenziell ALLEN Menschen, und nicht nur von bestimmten Eliten. Mensch holt sich etwas zurück, was ein Stück weit verlorengegangen zu sein scheint: die verantwortliche Teilhabe und Mitbestimmung an der Gesellschaft. Sei es durch Demonstrationen, sei es durch Bankenwechsel oder Stromanbieterwechsel. Sei es durch nachhaltigen Konsum. Es gibt viele Möglichkeiten.Ich ziehe für mich eine Parallele zum "Feminismus", den es als solchen auch nicht gibt; nicht als einheitliche Gruppierung mit einem Programm. Und da werde ich vielem, was andere Feminist*innen von sich geben, vielleicht gar nicht zustimmen; und dennoch nenne ich mich selber so. So ähnlich sehe ich auch das OCCUPY-Phänomen.02) Ist es NAIV, Solidarität und Gerechtigkeit einzufordern? In der Tat, so etwas gilt vielen als belächelnswerter Idealismus: "Wir denken, wir sind klüger jetzt, und Rebellion ein schlechter Witz", singt Bernadette LaHengst in "Der Beste Augenblick in Deinem Leben" (Trikont, 2000).Ja, mit Zynismus lässt es sich viel leichter brillieren; mensch weiß Bescheid, und hat die Realität durchschaut, und den Glauben an die Menschheit eh schon lange verloren. Der Vorteil ist auch, dass man gar nicht mehr nachdenken muss (z.B. was anders und besser sein könnte). Aber ob DAS "klug" ist?Naiv ist es im übrigen, zu konstatieren (unlängst in der ZEIT), dass "OCCUPY" nach mehreren Wochen noch keine signifikanten Erfolge vorzuweisen habe. Ein Motto bei Aktivist*innen in Spanien lautet: ”Vamos devagar porque vamos longe" ("Wir bewegen uns langsam, denn wir wollen weit kommen.")03) "Konkrete Forderungen" , wie z.B. die nach einer Transaktions-Steuer oder nach gerechter Besteuerung, wären z.B. nachzulesen hier:http://www.occupyfrankfurt.de/unsere-ziele/04) "Lifestyle-" und "Wohlfühl-Bewegung"Stimmt. Ich habe mich SEHR wohlgefühlt, als ich in der Menschenkette stand, am 12. November in Frankfurt, mit lauter unterschiedlichen Leuten, in dieser ausgelassenen und friedlichen Stimmung. Und den...

TEIL 2 OCCUPY – DIE KRITIK - Dieser Beitrag stammt aus einem externen Feed von blogger.com (BOUTIQUE VRENI TM)
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