23. Aug. 2019, 05:30

Nachschrift zum Umbausalon #4

Umbausalon #4 im Bahnhofsviertel. August 2010

"top down vs bottom up" war das Thema des 4. Umbausalons vom 11.8. 2010. Sollte Stadtentwicklung eher von Unten nach Oben (dezentral und autonom) oder von Oben nach Unten (zentral und staatlich gelenkt) stattfinden? Dazu kamen drei Vertreter unterschiedlicher Ansätze zu Wort. Schirn Kurator Matthias Ulrich, Christoph Twickel von Not In Our Name, sowie ein Lektor des Gestalten Verlags Berlin.

Matthias Ulrich sprach kurz über das Projekt Playing the City der Schirn Kunsthalle. Was mir an seinem Vortrag auffiel, war die unglaubliche Leichtigkeit mit der er Begriffe vortrug, die an anderer Stelle auf Schwerhörigkeit, Unglauben und sogar Ablehnung stossen.

Den Raum des Museums verlassen, in den Stadtraum gehen, zu den Menschen vor Ort, öffentlicher Raum als kollektiver, freier und gestaltbarer Kontext, Kunst als Handlungsfeld statt Objekt.

Das ist nicht falsch. Das ist überaus notwendig. Dennoch werden Künstler, die derlei Ansätze aus sich heraus verfolgen, kaum ernst genommen. Förderung können sie erst gar nicht erwarten. Das ganze Budget der Stadt Frankfurt für alle freien Kunstprojekte beträgt gerade mal 70.000 Euro im Jahr. Damit dürfte die Schirn für die vierwöchige Aktion Playing the City kaum auskommen.

Eine perfekte Demonstration dafür, wie "Top down" funktioniert, wenn sich eine Institution einbringt, während "Bottom up" immer am Rande des Scheiterns verläuft.

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Link zum Event: http://www.thing-net.de/cms/event4845.html

"top down" oder "bottom up" - was sind Deine Erfahrungen?

Person: 
57

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